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Auszüge aus dem Buch: Karatedo Der Weg der leeren Hand.
Der Weg der Kampfkünste (bu no michi)
Hironori Ohtsuka: Aus den "Analekten des Lehrmeisters" 1970

Bild von 'Karatedo Taikon' Nakasone Genwa 1938. Ohtsuka und Kato Toshio

Den 'Kampf zurückzuhalten', d. h. die Streitigkeiten aus der Welt zu schaffen, den Frieden herbeizuführen und dem menschlichen Leben Wohlergehen zu bringen, das ist der wahre Sinn von 'bu'. Das ist der Weg der Kampfkünste.

Geht der Frieden für die gesamte Menschheit verloren, kann es weder Frieden für einen einzelnen Staat noch wirkliches Glück für einen selbst geben. Der Weg der Kampfkünste ist der Weg der Harmonie. Der Weg der Harmonie ist es, den Weg der Kampfkünste zu meistern. Nach dem Weg der Harmonie zu streben ist der Weg der Kampfkünste.

Denke nicht, dass der Weg der Kampfkünste eine bloße kriegerische Angelegenheit ist; den Weg der Harmonie zu meistern, nach Harmonie zu streben, das ist der Weg.
Hironori
Ohtsuka

Stählen der Technik der Kampfkünste bedeutet, den Zustand des Gegenübers schnell und präzise zu erfassen, diesen rasch und richtig zu bedenken bzw. zu beurteilen, sowie eine angepaßte Handlung unverzüglich und entschieden auszuführen. Dabei ist selbst ein kurzes Zögern oder eine kurze Unentschlossenheit nicht erlaubt.
Durch wiederholtes Üben über viele Jahre hinweg werden die Kräfte der intellektuellen Fähigkeiten, wie Eingebungskraft, das Denk- und Urteilsvermögen, die Kraft entschieden zu handeln usw., gesteigert.

Die Technik der Kampfkünste ist, dem Universum gleich, unerschöpflich. Sei dir im klaren, daß es keine vollkommen ausgereifte Technik gibt.
Hironori
Ohtsuka

Bild von 'Karatedo Vol.1' Ohtsuka 1970.

Die Übung der Technik der Kampfkünste geht ein Leben lang. Da es keine vollkommen ausgereifte Technik gibt, wird auch eine lebenslange Übung nie ausreichend sein.

Wasser fließt stets in die Tiefe. Wenn es auf Felswände oder solide Dämme aufprallt, fließt es, diese umgehend, glatt entlang und weicht ihnen aus.
Ist ein Damm nachlässig gebaut, durchdringt ihn das Wasser, ohne die kleinste Spalte zu übersehen. Das Wasser zerstört ihn und schwemmt ihn fort.
Mit dem Wind ist es ebenso.
Auch eine auf dem Wasser schwimmende Flasche widersetzt sich den heftigen Wogen nicht, sondern reitet auf den Wogen.
Die dem japanischen Weg der Kampfkünste eigentümlichen Fachausdrücke 'fließen lassen', 'ausweichen', 'reiten usw. sind wirklich treffende Worte, um Harmonie auszudrücken.
Technik bedeutet stets: sich der starken Kraft des Gegenübers nicht zu widersetzen sondern diese Kraft auszunutzen, diese fließen zu lassen.
Diese Kraft schützt einen selbst, indem sie zur Kraft in die Gegenrichtung wird und somit den Gegenüber attackiert.